ERLIEGEN

ERLIEGEN ist von 2003 bis 2006 Teil des Skulpturenparks am Ettlinger Tor-Platz in Karlsruhe. Die Skulptur wurde im Gegensatz zu den Beiträgen der anderen TeilnehmerInnen bewusst nicht auf der vorgesehenen Grünanlage platziert. Sie ist vielmehr an einem zentralen Ort der Kreuzung direkt auf dem Fußgängerweg und in unmittelbarer Nähe zu einer Straßenbahnhaltestelle vor der mit Graffiti besprühten Mauer eines stillgelegten Tiefgaragenaufgangs installiert.

Das Wort ERLIEGEN ist in diesem Kontext unerwartet. Es bereichert das Stadtbild um eine neue, ungewohnte, persönlichere Komponente. Ohne ästhetisierend in den Raum einzugreifen, wird durch die Vielschichtigkeit der Bedeutungen des Wortes ERLIEGEN der Platz belebt und mit neuer Energie aufgeladen.

Meine bildhauerische Umsetzung entspricht den verschiedenen Bedeutungsebenen des Wortes. Sie betont das Moment der Passivität durch das schwere Anlehnen der Skulptur an die bereits vorhandene Mauer und tritt im Gegensatz zur bunten Mauerbemalung und der Schrift der Plakatwände leise und neutral an den Betrachter heran. Durch ihre Dreidimensionalität hebt sie sich dennoch deutlich von ihrer "Stütze" Mauer ab. Die Skulptur ERLIEGEN öffnet sich in Leserichtung in den Raum. Sie greift diesen auf als Freiraum, der zum Weiterdenken einlädt. ERLIEGEN ist ein unmittelbares, offenes, immer wieder aufs Neue geltende Angebot an alle, an die an der Ampel wartende Autofahrerin ebenso wie an den vorübereilenden Passanten, sich auf das Wort einzulassen und es mit der für sie oder ihn wichtigen oder richtigen, aktuellen Bedeutung zu füllen.