Drum Drama 2007

21 Kinder und Jugendliche kamen auf meine Einladung, bei einem Musikvideo mitzuwirken, in mein Atelier. Dort wurden die zwölf- bis fünfzehnjährigen mit der Aufgabe konfrontiert, alleine vor laufenden Kameras Schlagzeug zu spielen, ganz gleich, ob sie dies tatsächlich können oder nicht. Die so entstandenen Aufnahmen wurden alle nach dem gleichen Prinzip nachbearbeitet und nacheinander in einer einkanaligen Videoinstallation präsentiert. In jeweils zwei sehr unterschiedlichen Phasen werden die Kinder und Jugendlichen im zeitlichen Verhältnis von 1:1 einmal über den Ton, einmal über das Videobild porträtiert.

Die Akteure werden in der ersten Phase des Porträts zunächst allein über den Klang, den sie mit dem Schlagzeug produzieren, vorgestellt. Die Projektionsfläche bleibt schwarz. Der Ausstellungsraum liegt dadurch in völligem Dunkel und wird nur durch den lauten Klang des Schlagzeugs erfüllt. Zu hören sind jeweils die letzten ca. zehn bis sechzehn Sekunden des Schlagzeugspiels, welches dann mit einem finalen Schlag beendet wird.

Die zweite Phase zeigt in Nahaufnahme den Verursacher der zuvor gehörten Klänge, der auf das Ende der Videoaufnahme wartet. Das Bild des Spielenden wird mit dem letzten Schlag auf das Instrument auf der wandfüllenden Projektionsfläche eingeblendet und dadurch der gesamte Raum erhellt. Während in der ersten Phase die Auseinandersetzung mit dem unbekannten Instrument einen Großteil der Konzentration der Akteure in Anspruch genommen hat, wendet sich diese nun wieder dem Gegenüber, der Kamera zu. In kürzester Zeit wird in den Gesichtern der Akteure die Reaktion auf das gerade beendete Spiel und die Situation vor der Kamera sichtbar. So zeigt die Bildphase nicht nur das Warten auf das Ende, sondern spiegelt auch das vorangegangene, unsichtbar gebliebene Schlagzeugspiel wider.